Ein folgenschwerer Kunstfehler

Von Edith Hauser

 

Meine erste Schwangerschaft wurde von den Ärzten lange nicht erkannt, da ich – wie sich später herausstellte – einen Knick in der Gebärmutter habe. Nur ein sehr erfahrener, damals bereits pensionierter Gynäkologe erkannte, was in meinem Körper los war, und so brachte ich mein erstes Wunschkind, eine Tochter, zur Welt.

Zwei Jahre später blieb meine Menstruation neuerlich aus, und ich fühlte mich schwanger. Mein Arzt konnte jedoch nichts feststellen, auch beim zweiten und dritten Besuch nicht. Selbst eine Ultraschall-Untersuchung konnte eine Schwangerschaft nicht bestätigen. Nach 15 Wochen ohne Menstruation diagnostizierte der Arzt schließlich eine Hormonstörung und gab mir Tabletten, um diese zu beheben.

Ich hegte große Zweifel an der Diagnose, denn ich hatte das Gefühl, schwanger zu sein, auch wenn alle Untersuchungen das Gegenteil zu beweisen schienen. Trotzdem begann ich im Vertrauen auf meinen Arzt mit der Tabletteneinnahme.
Am siebenten Tag der Tablettenkur hatte ich einen Albtraum: Ein Mann verfolgt mich in der Dunkelheit; ich fliehe panisch vor ihm, wobei ich ein Baby fest im Arm halte. Trotz all meiner Bemühungen holt mein Verfolger mich ein und reißt mir das Baby aus den Armen. Da sehe ich sein Gesicht: es ist mein Frauenarzt.

Am nächsten Vormittag bekam ich plötzlich heftige Schmerzen, und nach mehreren Stunden erlitt ich eine Fehlgeburt. Zitternd vor Schmerz und Entsetzen hielt ich mein totes Baby in den Händen. Ich kann nicht in Worte fassen, was ich damals empfand. Es war der schlimmste Tag in meinem Leben!

Es machte die Sache noch schlimmer, dass niemand bereit war, mit mir über dieses ungeheuerliche Ereignis zu trauern. Mein Arzt nahm eine Ausschabung der Gebärmutter vor, und das war’s dann für ihn. Kein Wort des Bedauerns, keine Entschuldigung! Auch mein Mann wollte nicht über die Sache reden. Ich fühlte mich unendlich einsam, im Stich gelassen und traurig. Dazu kamen auch noch heftige Schuldgefühle, weil ich nicht auf meinen Körper gehört hatte, sondern dem Arzt mehr vertraut hatte als meinem Mutterinstinkt.

Zehn Jahre lang betrauerte ich dieses Kind – allein und unverstanden. In dieser Zeit bekam ich eine zweite Tochter. Doch so sehr ich meine beiden Mädchen liebte – sie konnten die Lücke nicht füllen, die das verlorene Baby gerissen hatte.

Als ich Jesus kennenlernte und in mein Leben ließ, besserte sich der Schmerz allmählich. Ich konnte mich jetzt an den Gedanken klammern, dass ich mein Baby im Himmel war.

Trotzdem konnte ich mir selbst noch immer nicht verzeihen, dass ich auf den Arzt gehört hatte statt auf mein Gefühl, und dem Arzt gegenüber hegte ich Wut, Hass und Bitterkeit.

Das änderte sich erst, als ich (fast 30 Jahre nach dem Ereignis!) mit SaveOne in Berührung kam. Sonja Horswell stellte das Arbeitsbuch von Sheila Harper bei einer Konferenz vor, und obwohl ich nie abgetrieben hatte, arbeitete ich das Buch von vorne bis hinten durch. Endlich spürte ich, wie mein verletztes Herz heilte! Ich lernte, mir selbst und auch dem Arzt zu vergeben, und dadurch konnte endlich Friede in mein Herz einziehen.

Während einer Gebetszeit hatte ich plötzlich ein Bild vor meinem inneren Auge, von Jesus, der ein Baby im Arm hat. Es war mein Sohn, den ich André Josua nannte. Ich weiß jetzt, dass ich ihn eines Tages im Himmel kennenlernen werde, und darauf freue ich mich!

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Gastgeber: Chris & Sonja Horswell
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