Von Birgit (39J.):

„Wer auf den Herrn vertraut, den wird Güte umgeben“. (Psalm 32,10)

Wäre ich vor dem „„SaveOne““ Kurs auf  diesen Satz gestoßen, so hätte ich nicht sehr viel bis gar nichts damit anfangen können – er hätte mir einfach nicht weitergeholfen.
Weitergeholfen, meinen Abbruch, der nunmehr schon beinahe 16 Jahre zurückliegt völlig zu verarbeiten. Die Gründe für meine damalige Abtreibung waren vielseitig und der Gipfel meiner damaligen Lebensweise.

Ich hatte einen Freund und hatte ihn betrogen, ich war ständig knapp bei Kassa und er wusste das alles nicht. Als ich schließlich schwanger wurde (von meinem Freund, das hatte ich immer und immer wieder ausgerechnet) und einfach keinen Ausweg aus der Misere sah, entschloss ich mich, obwohl mein Freund für das Kind war, es abtreiben zu lassen.

Erst später, als die Folgen meiner Abtreibung zum Vorschein kamen, erzählte ich ihm, dass ich ihn betrogen hatte. Er beendete die Beziehung und ich fiel in ein tiefes Loch. Mit Arbeit und nochmals Arbeit versuchte ich mich völlig zuzudröhnen, damit ja keine Zeit zum Nachdenken übrig blieb. Nicht zum Nachdenken und auch nicht zum Nachfühlen. Denn immer dann, wenn ich Zeit hatte, schlich sich die Depression ein, hatte ich plötzlich Angstattacken, Herzrasen, fühlte mich verfolgt und hatte das Gefühl, „woanders“ hin zu gehören.
Erst als ich von einer ebenfalls betroffenen Frau las, die unter den Folgen ihres Abbruches litt, wusste ich zunächst einmal, woher meine Seelen-, Geistes-, Gefühls- und Körperzustände kamen – nämlich von meinen Abbruch am 13. Februar 1996.
So wusste ich endlich woran ich war. Ich tauschte mich viel mit ihr aus, sie war wie ein Engel für mich, aber es kostete mich immer eine enorme Kraft und Energie, mich mit dem Thema einzulassen.

Anderseits half mir der Kontakt zu betroffenen Frauen, den Abbruch und seine Folgen stückweise aufzuarbeiten und so verschwanden auch einige der Abtreibungssymptome, irgendwann konnte ich wieder schlafen.

Loslassen, vorwärts blicken oder sogar „verzeihen“ konnte ich mir den Abbruch aber nach wie vor nicht. Ich dachte nicht einmal an Vergebung, denn zu tief saß die Schuld. Ich dachte mir immer, du hast abgetrieben, also musst du auch weiterleiden, damit du weiterhin den Antrieb hast, andere Frauen darüber zu informieren, dass ein Schwangerschaftsabbruch keine Blinddarmoperation ist, weil dabei noch jemand anderer beteiligt ist – nämlich das werdende Leben.  Wie kann man sich so etwas jemals vergeben, ich dachte niemals, dass es „Vergebung“ gibt.

Aber es gibt sie und das konnte ich im „„Save one““ Kurs erfahren. Zunächst dachte ich mir, ich könnte mir für die bevorstehende Gründung einer Selbsthilfegruppe viele Tipps holen, aber schnell bemerkte ich, wie viel Schuld und Trauer noch in meinem Herzen saß und so flossen bei fast jedem Treffen viele Tränen – heilende Tränen.
Tränen der Schuld, Tränen des Versagens, Tränen des Angenommen seins, Tränen der Vergebung, Tränen des Glücks. Ich hatte bereits in der schwierigen Zeit nach der Abtreibung viel gebetet, damit konnte ich so halbwegs einschlafen. Ich las immer und immer in der Bibel, verstand aber gar nichts und ich bemerkte, dass ich immer mehr Argumente suchte, die gegen die Glaubwürdigkeit der Bibel sprachen, als dafür und obwohl ich schon zwei Erlebnisse hatte, die für die Existenz von Gott sprachen, verstand ich trotzdem gar nichts.

Meine wunderbare Begleiterin und die Teilnehmerinnen am „Save one“ Kurs haben mir das Bild von Gott und Jesus zurechtgerückt, so wie ein Kompass, der durch andere Magneten abgelenkt war, so war auch ich fixiert auf vorwiegend negative Bibelstellen.
Dass meine Sünden durch Jesus vergeben sind und ich neu anfangen darf, ignorierte bzw. sah ich bis dahin einfach nicht. Jesus ist auch für meine Sünden gestorben, er ist auch mein Heiland. Meine Sünden sind mir vergeben, wenn ich sie vor Gott bringe, ihn um Verzeihung bitte und seine Gnade auch ANNEHME und ihm dafür danke. Ich habe zwar um Vergebung gebetet, gefleht, aber angenommen habe ich sie nicht. Heute und jetzt nehme ich seine Vergebung vollen Herzens an und bin unendlich dankbar. Alles, was gegen diese Vergebung spricht, schicke ich weg, denn das ist nur die Versuchung, mich klein zu halten und ich weiß, dass Gott einfach will, dass ich glücklich bin, denn was nütze ich ihm, wenn ich fertig und deprimiert bin, denn er will uns „(…) eine Zukunft und eine Hoffnung geben“ (Jeremia 29:11).

Wichtig war für mich auch, dass ich nun endlich meinem verstorbenen Kind einen Namen geben konnte – sieh heißt „Gabriel“, ein schöner, außergewöhnlicher Name, so wie es auch mein Kind gewesen wäre. Ich stellte mir ihre Gestalt vor, machte mir über ihre Eigenschaften Gedanken und verlieh ihr somit Leben. In der Hoffnung, sie eines Tages bei Gott in die Arme zu schließen, erfüllt mich mit einer unsagbaren Freude und Dankbarkeit.
Ich weiß, dass ich ihre Mutter bin. Ich habe bereits zwei liebevoller Kinder und ich merke, dass ich jetzt viel sanfter bin, vor allem aber bin ich ihnen näher gekommen und das spüren sie voll und ganz.

Meiner Familie tat der Kurs mindestens genauso gut, wie auch mir. Ich war vor meiner kirchlichen Trauung zur Beichte bei einem Pfarrer, die Vergebung, die ich damals für meine Abtreibung vom Pfarrer erhalten hatte, war in keiner Weise vergleichbar, was ich im Kurs erlebte. Der Pfarrer war nett, aber ich dachte mir „das hilft mir ganz und gar nicht“.

Wahrscheinlich, weil ich es eben nicht annehmen konnte. Jetzt kann ich es aus vollem Herzen annehmen, ich weiß durch das Studium der Bibel, das ich nach vorne schauen soll, nicht zurück. Das meine Sünden wirklich vergeben sind. Ich rate wirklich jeder Frau dazu, die unter den Folgen einer Abtreibung leidet, diesen Kurs zu absolvieren. Man kann nichts verlieren, sondern nur gewinnen!

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